Shopping in Istanbul


Die Istanbuler lieben Malls und können davon auch (leider) nicht genug bekommen und auch wenn sie mit tollen Läden wie Miu Miu, Vakko oder Prada bestückt sind, bleiben sie irgendwie langweilig.
Neben einer größeren Ausbeute beim Topshop-Sale (wieso zur Hölle haben eigentlich alle außer wir Topshop?) möchte ich euch nun meine Lieblingsplätze vorstellen. 

Der interessanteste Stadtteil in Istanbul zum Einkaufen ist Cihangir und geht vom touristenüberfüllten Taksim ab. Wenn man die triste Seitenstrasse erst passiert hat, fühlt man sich wie in einer anderen Stadt: keine Menschenmassen und keine Touristen, sondern sehr modische Leute und die tollsten Antiquitäten- und Vintageläden soweit das Auge reicht. 


Mein absoluter Lieblingsladen ist SeyMel. Der Name (Teufel/Engel) ist zugegebenermaßen etwas gewöhnungsbedürftig und auch das Schild ist vom Design nicht unbedingt mein Geschmack, aber wenn man erst einmal drin steht, fühlt man sich wie im absoluten Vintage- Himmel.
Taschen und Kleider aus den 40er bis 70er Jahren reihen sich neben fabelhaftem Schmuck und Sonnenbrillen, die aussehen wie teure Designerstücke.
Ich habe bis jetzt jedes Mal dort etwas mitgenommen und wurde zu Haus nicht selten auf meine Fundstücke angesprochen. Der Shop geht über zwei Etagen und für die zweite Etage kommt die Inhaberin Yasemin Genc mit nach oben und schließt auf, so kann man meistens ganz ungestört herumstöbern. Dieses Mal habe ich den Laden natürlich auch nicht mit leeren Händen verlassen, in die Tüte wanderten eine Tasche aus den 40ern, eine wunderhübsche goldene Kette und eine Sonnenbrille.

Turnacibasi Sok. Anabala Han No.13, Beyoglu

Ausbeute:
Der zweite Vintage-Laden, über den ich unbedingt berichten wollte, wäre der vom ehemaligen Model und jetzt Vogue Turkey Redakteurin Ece Sükan gewesen. Doch leider musste ich entsetzt feststellen, dass sich nun ein Einrichtungsladen an gleicher Stelle befindet. Die Englischkenntnisse der Dame hinter dem Tresen reichten nur für eine knappe Erklärung, dass es den Vintage-Shop nicht mehr gäbe. Warum Ece Sükan den Laden geschlossen hat bleibt unklar und auch Google weiß bedauerlicherweise nicht viel mehr. So bleiben mir nur die schönen Erinnerungen vom letzten Mal.
Der nächste Stop, den man bei keinem Istanbul Besuch auslassen darf, ist A La Turca. Er befindet sich in der Nähe von SeyMel und ist auf den ersten Blick gar nicht so leicht zu finden. Steht man irgendwann vor der recht unscheinbaren Tür, muss man erst klingeln, bevor man hineingebeten wird. Auch hier fühlt man sich, jäh nachdem man eingetreten ist, wie in eine andere Welt und Zeit versetzt. Im Prinzip ist A La Turca auch kein klassischer Laden, sondern ein Stadthaus, vollgestopft mit den allerschönsten osmanischen und anatolischen Antiquitäten, die alle auch zum Verkauf stehen. Es ist wie ein kleines Museum.
Aber am tollsten ist der nette junge Mann, der uns jedes Mal Tee kocht und Gebäck bringt, wenn wir vorbeikommen und uns beim ersten Besuch durch das gesamte Haus geführt hat und zu jedem Raum etwas zu erzählen wusste. Es ist wirklich ein unglaubliches Erlebnis von so wertvollen und schönen Dingen umgeben zu sein und zur gleichen Zeit spannenden Geschichten über das Haus und seiner Geschichte zu lauschen. Beim ersten Besuch war ich so entzückt und wollte unbedingt etwas kaufen, weil der nette junge Herr sich so eine Mühe mit uns gemacht hat. Also schleppte ich nach und nach immer kleine Sachen an, von denen ich ausging, sie seien bezahlbar. Aber jedes Mal lachte er nur und nannte mir Preise, bei denen mir schwindelig wurde. Nachdem ich es langsam aufgeben hatte, fragte ich ihn einfach, mit wie viel ich denn für ein kleines Schälchen rechnen müsse. Seine Antwort war leider ernüchternd: ’Das günstigste in diesem Haus kostet 200 Euro’. Man wird also vielleicht nicht unbedingt etwas kaufen, aber ein Erlebnis ist es allemal.

Faikpasa Soak 4, Cukurcuma



Man wird natürlich nicht daran vorbeikommen, dem großen Basar einen Besuch abzustatten und soll es auch gar nicht, denn oft wird man nach einem kleinen,- bis mittlerem Kampf durch die Menschenmengen, mit hübschem Schmuck belohnt. Oder mit Süßkram. Oder Gewürzen. Jeder halt wie er es mag.
Natürlich sind das nervigste die übereifrigen Händler, die einen nicht in Ruhe lassen wollen und ein erstes NEIN oft nicht akzeptieren. Einen Tip dafür habe ich leider nicht, aber dafür einen anderen, der hintere ’alte Basar’ hält oft die wirklichen Schätze bereit, also keine gefälschten Taschen oder langweilige Pashmina-Schals, sondern fabelhaften Schmuck für`n Appel und’ n Ei.


Basar-Feeling Live ;)
Meine kleine aber feine Ausbeute:


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